In letzter Zeit höre ich immer wieder Menschen in meinem Umfeld folgenden Satz sagen:

„Wenn Du selbstständig bist, arbeitest du selbst und ständig und vor allem alleine!“, verbunden mit der Aussage „oh, das ist so mutig, das könnte ich nicht!“

Stellt euch vor, wie meine Stimme bei dem Wort „alleine“ dunkel und gruselig wird. Und ja, es braucht meinen Mut um diese Lebendigkeit auszuhalten, die in der Herausforderung, ständig meine Komfortzone zu überwinden und mich zu zeigen, liegt. Und das ist manchmal echt gruselig!

Und dennoch sieht meine Realität anders aus. Ich bin einfach nicht alleine. Ich liebe es mit Anderen zusammenzuarbeiten, gemeinsam Dinge zu entwickeln, auszuprobieren und voranzutreiben. Über die Jahre hat es sich deshalb ergeben, oder ich habe mir dass unbewusst erschaffen, dass sich ein Netzwerk aus engen Verbündeten, Berater*innen, Kolleg*innen und Co-Worker*innen aufgebaut hat.

Und yeah, ich bin stolz darauf! Es erfordert natürlich mehr Eigenverantwortung, als wenn ich die Anderen einfach auf dem Flur vor der Türe meines Büros treffe. Gleichzeitig liegt darin, wie in so vielem, was dem Konstrukt der Selbstständigkeit zugeschrieben wird, eine wahnsinnige Freiheit. Ich kann und muss meinen Arbeitsalltag und mein Arbeitsumfeld selbst gestalten. Dazu gehört auch mir die Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten möchte und meine Austauschpartner*innen, aktiv zu suchen und mein Netzwerk zu pflegen. Und nein, das konnte ich nicht schon immer.

Ich tausche mich so oft mit Kolleg*innen, also anderen Trainer*innen und Coaches aus. Manchmal fühlt es sich so an, als säße ich mit ihnen in einem Co-Working Space – bei mir zuhause in der Küche. Und die Sprachnachrichten und Inspirationen fliegen nur so hin und her. Es ist wundervoll und ich bin dankbar, für diese Freiheit! Ob dann ein sehr lustiges Austauschgespräch mit einer guten Freundin am Sonntag Abend um 21:00 Uhr Arbeit ist, wenn ich am Montag mit meinem Freund ausschlafe und dann Frühstücken gehe? Irgendwie scheinen diese Zuordnungen dann egal.

Also vielleicht selbst und ständig, ob Arbeit aber grundsätzlich hart, schwer und anstrengend sein muss, am festen Schreibtisch-Arbeitsplatz stattzufinden hat, oder viel Spaß machen darf, voller Leichtigkeit, Liebe und Freude in meiner Küche, am Strand oder sonst wo geschieht, kommt auf mich selbst an. Und da liegt die Freiheit: Ich liebe das!

Wenn wir für unsere Träume losgehen, macht das etwas mit uns. Wir gehen der Angst entgegen, anstatt uns weg zu ducken. Ulrich Dehner meinte einmal zu mir: Da, wo du die größte Angst spürst, ist die größte Chance für Entwicklung. Also geh ich immer öfter genau da hin, auch wenn es zunächst extrem gruselig ist. Ich spüre Kribbeln in meinen Fingerspitzen, mein Kopf sagt “oh oh, ne ne ne, nicht da hin!” Tief einatmen und einen Schritt auf die Angst zu. Hinter der Angst wartet nämlich die Magie. Und es ist schön da!

Wenn wir für unsere Träume losgehen, erinnern wir die Anderen um uns herum, an ihre eigene Angst und an ihre eigene Verantwortung. Es ist deshalb eine total natürliche Reaktion, wenn sie uns nochmal an ihre Zweifel erinnern. Früher hat mich das verunsichert, dann geärgert und inzwischen gelingt es mir immer öfter nicht mehr darauf zu hören. Denn nur ich habe die Verantwortung für mein Leben und für meine Träume loszugehen und die Magie hinter dem Rücken der Angst zu finden.